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Kommentar zur Musikwirtschafts-Jahresbilanz 2012: Musik-Industrie wider Erwarten nicht aus den roten Zahlen

Zwei Top CEOs der Musikwirtschaft erklärten die Musikwirtschaftskrise bereits für beendet: Mitte 2012 war es Sony Music Germany Geschäftsführer Edgar Berger, der sich aus der Deckung wagte. Und vergangene Woche kam eine vergleichbare Aussage von Universal-Geschäftsführer Frank Briegmann: Die Talfahrt der Musikindustrie sei beendet, jetzt gehe es wieder aufwärts.

Frank Briegmann von Universal verkündete Mitte März das Ende der Talfahrt der Musikindustrie. Foto: Universal

Die Gesamtumsätze der Branche können den Optimismus der Majorvertreter jedoch wider Erwarten nicht bestätigen. Auch die  Musikwirtschaftsverbände hatten mit einem Ende der Talfahrt gerechnet, insbesondere da 2011 die Musikwirtschaft stabile Zahlen vermelden konnte. Aber auch wenn die digitalen Gesamtumsätze weiterhin fett zulegten (19,3 Prozent Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr), so konnten sie doch entgegen der Meinung vieler Analysten den schwindenden CD-Umsatz nicht aufwiegen (- 7,7 Prozent).

Hintergrund für den Umsatzrückgang ist, dass der deutsche Markt weiterhin stark von der CD dominiert ist, über 80 Prozent des Umsatzes kommen immer noch aus dem Verkauf der physischen Einheiten, so dass der moderate Rückgang bei den CDs den starken Zuwachs bei den Digitalverkäufen auffrisst. Die Streaming-Umsätze, oftmals zum Rettungsbringer der Branche hochstilisiert, können mit 36 Millionen Euro Gesamtumsatz jedoch noch keine ernstahften Impulse setzen. Es fehlt hier die Breite in der Streaming-Nutzung, die sich aber in den nächsten zwei Jahren durchaus noch einstellen kann. Schließlich hat der Marktführer Spotify erst 2012 den offiziellen Sprung in den deutschen Markt geschafft und kann sich nun mit Simfy, Rdio, Deezer, aber auch Nokia Music einem interessanten Wettbewerb stellen.

Auf dem deutschen Markt kommen 80 Prozent des Gesamtumsatzes immer noch aus dem Verkauf von CD’s oder (in geringen Umfang) aus dem Verkauf von Vinyl-Alben. Foto: Esther Mai

Trotzdem bleibt die Grundstimmung optimistisch: denn auch wenn der dritte Major-Geschäftsführer Bernd Dopp von Kannibalisierungseffekten zwischen Streamingplattformen wie Spotify  und herkömmlichen Downloads (iTunes, eMusic oder Amazon) spricht, wie Musikwoche unlängst berichtete, so formen sich doch interessante Zukunftsszenarien. Insbesondere dann, wenn die Branche es schafft, eine Wertschöpfungskette zwischen Streaming und Musik-Kauf zu etablieren, wie Simfy-Geschäftsführer Gerrit Schuhmann es skizzierte, dann kann sich die Kannibalisierung in eine Synergie für Künstler und Plattenlabels wandeln.

Insofern: Der Markt ist im Umbruch, die vielbeschworenen neuen Geschäftsmodelle sind da. Und sie sind zahlreich. Nun geht es darum, aus den Teilen ein sinnvolles Puzzle zu bauen, die dem Kunden die Orientierung im Markt erleichtern und die verschiedenen Auswertungsmöglichkeiten sinnvoll zu verknüpfen, damit Label wieder Investitionen in Künstler tätigen können.

Hier geht es zum Text der Jahresbilanz-PK des BVMI.

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