News

Neues aus der Musikwirtschaft

Kreativität

Alles zwischen Inspiration
und Kunstprodukt

Kommerz

Von Backsteinen zum
Big Business

Konzept

Über „Das Netzwerk“
– und wie man es erschafft

Kontroverses

Political Correctness?
Aber nicht hier!

Home » Kontroverses

DCN-Studie: Nur ein Drittel der Deutschen kann zwischen legalen und illegalen Online-Angeboten unterscheiden

Die Studie zur Digitalen Content-Nutzung zeigt, dass rund 60 Prozent der Deutschen es unfair finden, Angebote im Internet zu nutzen, bei denen Künstler und ihre Partner nicht an den Einnahmen beteiligt werden. Nahezu jeder Zweite befürchtet Schäden für die Volkswirtschaft und das gesellschaftliche Wertesystem durch Verletzungen des Urheberrechts.

Dazu passend fordern 72 Prozent die allgemein gültigen Umgangsregeln, die in der physischen Welt gelten, auch für das Internet ein; nur eine Minderheit von 15 Prozent ist der Meinung, dass urheberrechtlich geschützte Werke im Internet generell umsonst zugänglich sein sollten. Dies sind zentrale Ergebnisse der Studie zur Digitalen Content-Nutzung 2013 (DCN-Studie), die vom Bundesverband Musikindustrie e. V. (BVMI), dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels e. V. und der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e. V. (GVU) in Berlin vorgestellt wurde.

Die Studie zur Digitalen Content-Nutzung 2013 (DCN-Studie) wurde vom Bundesverband Musikindustrie e. V. (BVMI), dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels e. V. und der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e. V. (GVU) in Berlin vorgestellt. Foto:Andreas Tauber

Abgefragt wurden in der Studie die Einstellungen und Kenntnisse der Bevölkerung zu diesem Themenkomplex. Dabei zeigte sich eine deutliche Kluft: obwohl sich rund die Hälfte der Bevölkerung für die Debatte um das Urheberrecht interessiert, kennt die große Mehrheit der Deutschen (69 Prozent) die konkreten Standpunkte der Parteien zu diesem Thema nicht.

Mediennutzung im Internet: Fairness geht vor!

Zwei Drittel der Bevölkerung bewertet es als unfair, wenn einige Menschen illegale Angebote nutzen, während diejenigen, die sich legal verhalten, dafür zahlen müssen. 61 Prozent befürchten, dass Verluste durch Urheberrechtsverletzungen bei legalen Medien-Angeboten zu Preissteigerungen führen kann. Dementsprechend finden auch bisher gängige Rechtfertigungsstrategien für Urheberrechtsverletzungen kaum mehr Zuspruch. So vertritt nur sechs Prozent der Bevölkerung die Auffassung, illegales Filesharing sei nicht so schlimm, weil es so viele machten.

“Die Menschen haben ein feines Gespür für faule Ausreden und akzeptieren Urheberrechtsverletzungen nicht. Sie wissen, dass diese zu Lasten der Allgemeinheit gehen. Die Politik sollte dafür sorgen, dass der Ehrliche nicht länger der Dumme ist und endlich wirksame Instrumente der Rechtsdurchsetzung auf den Weg bringen“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Wachsende Zufriedenheit mit dem legalen Angebot

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist mit dem existierenden legalen Online-Angebot zufrieden. Mit 80 Prozent bleibt die Quote zufriedener Nutzer von Online-Musikangeboten auf einem konstant hohen Niveau. Als Vorteil kostenpflichtiger Angebote benannten 69 Prozent der Bevölkerung die Unterstützung der Urheber und Künstler. Rechtskonformes Verhalten ist ein wesentlicher Grund für 76 Prozent, solche Internetplattformen zu nutzen.

Wachsendes Bewusstsein für mögliche Urheberrechtsverletzungen

84 Prozent der Menschen wissen, dass illegales Filesharing rechtliche Schritte nach sich ziehen kann. Sogar 96 Prozent der Deutschen ist bekannt, dass das Downloaden urheberrechtlich geschützter Inhalte aus Peer-to-Peer-Netzen verboten ist. Und nur zwei Prozent der Einwohner ab 10 Jahren halten das Anbieten von Musik, E-Books, Filmen und TV-Serien über solche Netze für erlaubt. Auch über die Illegalität des Zugänglichmachens von urheberrechtlich geschützten Inhalten über die meisten anderen Online-Plattformen ist das allgemeine Bewusstsein sehr hoch und liegt zwischen 96 Prozent (Blogs/Foren) und 98 Prozent (BitTorrent und Verzeichnisdienste).

96 Prozent der Deutschen ist bekannt, dass das Downloaden urheberrechtlich geschützter Inhalte aus Peer-to-Peer-Netzen verboten ist.

Eine Einschränkung gilt für soziale Netzwerke: Bei Facebook & Co. wähnt sich fast jeder Zehnte (9 Prozent) auf der rechtlich sicheren Seite, wenn er dort fremde Kreativinhalte öffentlich zugänglich macht. Besonders hoch ist dieser Anteil bei den Teenagern: Unter diesen hält nahezu jeder Sechste das Einstellen von urheberrechtlich geschützten Medieninhalten in soziale Netzwerke für erlaubt.

Trotz dieses insgesamt hohen Kenntnisstandes fällt es nur etwas über einem Drittel der Bevölkerung leicht, zwischen legalen und illegalen Online-Angeboten zu unterscheiden.

Dazu GVU-Geschäftsführer Dr. Matthias Leonardy: „Das abstrakte Wissen über ‚legal oder illegal?‘ ist sehr ausgeprägt; in der konkreten Nutzungssituation im Internet werden viele dann aber verunsichert. Das liegt oft daran, dass illegale Anbieter sich professionalisiert haben. Dies gilt nicht zuletzt für die Gestaltung ihres Angebots, etwa durch die Vermietung von Werbeplätzen. Leider lassen viele Unternehmen dort auch werben – sogar namhafte.“  Das trage zur Verwirrung der Nutzer bei, denn dies erwecke bei vielen irrtümlich den Eindruck die besuchte Seite sei legal. „Hier besteht akuter Handlungsbedarf. Das Naheliegendste und Effektivste ist ein allgemeines Verbot der Werbung auf illegalen Seiten, das von der Werbewirtschaft aktiv mitgetragen wird. Damit würde zum einen die Verwirrung der Nutzer eingeschränkt. Zum anderen würden dadurch die illegalen Profite der digitalen Hehler erheblich reduziert, ihre illegalen Angebote ausgedünnt und es würde mehr Raum für legale Angebote geschaffen“, sagt Leonardy.

Weitreichende Zustimmung zu Sanktionen und Warnhinweisen

Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung hat Verständnis für die Bemühungen der Kreativ-Wirtschaft um einen verbesserten Rechtsschutz im Internet. Wie in den Jahren zuvor werden dabei Warnhinweise als zielführendes Instrument wahrgenommen, um Urheberrechtsverletzungen einzudämmen. Mit 70 Prozent befürworten mehr als zwei Drittel der Bevölkerung eine solche Mitteilung vom Provider bei illegalen Downloads. 58 Prozent halten solche Warnhinweise auch für wirksam – mit steigender Tendenz: Gingen 2011 noch 29 Prozent der Bevölkerung davon aus, dass Internetnutzer das urheberrechtsverletzende Downloaden oder Zugänglichmachen bereits nach den ersten Warnhinweis einstellen würden, waren es 2012 schon 35 Prozent. Auch die Akzeptanz für Sanktionen bei Urheberrechtsverletzungen ist generell stark gestiegen. So befürworten 57 Prozent der Befragten eine Geldbuße für Downloader (53 Prozent im Vorjahr) und sogar 88 Prozent für Anbieter – eine Steigerung um 11 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Über die Studie zur Digitalen Content-Nutzung

Die von der GfK durchgeführte DCN-Studie wurde gemeinsam vom Bundesverband Musikindustrie (BVMI), dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) beauftragt. Ziele der Untersuchung waren die Ermittlung des Rechtsbewusstseins sowie der Konsumenteneinstellungen zum digitalen Medienangebot, Urheberrechtsverletzungen und Sanktionen. Befragt wurden innerhalb des GfK Media*Scope 10.000 Personen, die repräsentativ für 67,8 Mio. Deutsche ab zehn Jahren sind.

 

Schlagwörter: , , ,

Leave a comment!

Fügen Sie Ihren Kommentar unten, oder trackback von der eigenen Seite. Sie können auch Comments Feed via RSS.

Seien Sie nett. Halten Sie es sauber. Bleiben Sie beim Thema. Kein Spam.

Sie können diese Tags verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Dies ist ein Gravatar-enabled weblog ist. Um Ihre eigene weltweit anerkannte bekommen-Avatar, registrieren Sie sich bitte an Gravatar.