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Future Music Camp 13: Teilnehmer diskutieren über die Zukunft der Branche

Wie könnte die Zukunft des Musik-Business aussehen? Diese Frage stellten sich die 350 Teilnehmer des fünften Future Music Camp (FMC) an die Popakademie in Mannheim. Die Teilnehmer aus den Bereichen Musik, Ausbildung, Forschung, Wirtschaft, Technologie und der Netzszene suchten gemeinsam auf der Konferenz nach Antworten und innovativen Ideen.

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Die 350 Teilnehmer des Future Music Camp 13 verfolgten mit großem Interesse die Seminare und Barcamp-Sessions.

“Die Resonanz auf das Future Music Camp ist großartig”, resümiert Prof. Hubert Wandjo, der sich als Business Direktor und Geschäftsführer der Popakademie Baden-Württemberg besonders über “die bunte Mischung des Teilnehmerfelds” freut. Projektleiter Ryan Rauscher verweist zudem auf den praktischen Output des Camps: “Auch an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie leisten wir einen wichtigen Beitrag. Auf dem Future Music Camp kommen beispielsweise Unternehmen, Studenten und wissenschaftliche Institute zusammen. Dadurch entstehen nicht nur Ideen, sondern neue Forschungs- oder Praxisprojekte, Bachelorarbeiten, Use Cases und vieles mehr.”

Kurz nach Neun an der Mannheimer Popakademie:  eine riesige Menschentraube hat sich schon im Foyer der Hochschule gebildet. Die Teilnehmer des FMC aus allen Bereichen der Musikindustrie, vom Student bis hin zum etablierten Manager, begrüßen sich, quatschen oder stellen sich am Check-In-Schalter an, um sich ein Programm und ihre Teilnehmer-Karten abzuholen. Zwei interessante Tage liegen vor ihnen: klassische Konferenz-Elemente, wie Experten-Vorträge  und Bar-Camp-Sessions zu verschiedenen topaktuellen Themen der Branche stehen auf dem Programm. „Wir hoffen, dass die Teilnehmer mit möglichst vielen konkreten Anregungen nach Hause gehen werden“, sagt Ryan Rauscher vom FMC-Team.

Matthias Kranz und Marie-Luise Heimer sprechen  über Release-Strategien, die sich mit Spotify realisieren lassen.

Matthias Kranz und Marie-Luise Heimer sprechen über Release-Strategien, die sich mit Spotify realisieren lassen.

Für diese konkreten Anregungen sollen unter anderem die Experten sorgen, die das SMIX.LAB-Team der Popakademie eingeladen hatte. So stellt Matthias Kranz, Manager und Bassist, zusammen mit Marie Heimer, Label Relations Manager GSA von Spotify, die neue Veröffentlichungs-Strategie der Band Wilhelm Tell Me vor. Anstatt ein Album zu veröffentlichen, bringt die Band alle zwei Monate einen Song raus, der von einer Spotify-Kampagne begleitet wird. Im werbefinanzierten Bereich von Spotify sei nach den Kampagnen ein deutlicher Anstieg der Wilhelm-Tell- Me-Streams zu verzeichnen gewesen. Kranz erklärte schließlich, dass seine Band lieber auf Streaming und nicht auf Download setzen würde – und löste damit eine kontroverse Debatte aus. „Wenn ein Hörer einen Song 2000 Mal streamt, dann bekommen wir 2000 Mal Geld für den Song, wenn sich jemand einen Song herunterlädt, bekommen wir nur einmal das Geld“, sagt Matthias Kranz.

Ums Geldverdienen auf Youtube geht es im zweiten Panel des Tages. Eva Hümann stellte den Teilnehmern das Geschäftsmodell vor und zeigt einige herausragende Beispiele, wie Psy, der „durch Youtube reich“ geworden sei. Wie viel Geld sich jedoch genau außerhalb diese Phänomene verdienen lässt, diese Zahlen bleibt Hümann den Teilnehmern des Panels schuldig.  Dafür stellt sie noch die Herausforderungen und Möglichkeiten der Plattform für Produzenten und Rechteinhaber dar. Und erklärt das relativ neue Phänomen der Multi Channel Networks, die sich Rechte übertragen lassen, um gemeinsam eine höhere Reichweite für den Künstler aufzubauen.

Pledge als Direct-to-Fan-Kommunikations-Tool

Um Direct-to-Fan Kommunikation und modernes Künstlermanagement geht es schließlich im Panel, das Ulysses Hüppauff und Christoph von Gablenz von der Agentur Odyssey Music Network vorstellen. Sie zeigen vor allen Dingen wie nützlich Pledge für die direkte Fan-Kommunikation und auch die Vermarktung von speziellen und exklusiven Produkten sein kann. „Andere Kommunikationsplattformen mittels derer man mit den Fans kommunizieren kann, bieten keine oder nur eingeschränkte Möglichkeiten Inhalte zu monetarisieren“, sagt Hüppauff. Bei Facebook lässt sich ein Shop einbinden, bei Youtube haben Bands keine Möglichkeit Produkte an den Fan zu bringen.

Cathal Furey stellte bei einem Showcase 45sounds vor. Fans können ihre Videos vom Konzert hochladen und 45 sound überspielt die schlechte Soundqualität des Videos mit einer qualitativ hochwertigen Live-Aufnahme des Konzertes.

Cathal Furey stellte bei einem Showcase 45sounds vor. Fans können ihre Videos vom Konzert hochladen und 45 sound überspielt die schlechte Soundqualität des Videos mit einer qualitativ hochwertigen Live-Aufnahme des Konzertes.

Julian Krohn A&R bei Universal stellt in einem Tumblr-basierten Vortrag vor, wie modernes, audiovisuelles Artist-Development aussehen kann.  Er legt besonders viel Wert darauf, dass die Künstler selbst kommunizieren. Möglichst authentisch, möglichst offen. Dafür sollten möglichst alle Kanäle des Web 2.0 genutzt werden und nicht nur die Bandeigene Homepage. Dafür müssten sich die Künstler aber auch darüber klar sein, wer sie sind, was sie erreichen wollen und was sie mitteilen wollen. Besonders polarisierend war seine These, dass die Zeit der Privatsphäre vorbei sei. “Lass den Fan in Dein Haus, mache ihn zu Deiner Familie.” Die Musiker sollen selbst bloggen, auf Facebook aktiv sein, authentisch rüberkommen und nicht lange über das wie und was nachdenken, bevor sie sich zu Wort melden.

Steffen Holly vom Fraunhofer Institut stellt seine Vision der Verwertungs-Zukunft vor

Steffen Holly vom Fraunhofer Institut nimmt die Teilnehmer seines Panels in die Zukunft mit. Er ruft dazu auf, nicht bereits bestehendes Geschäftsmodelle anpassen zu wollen, sondern mit einem völlig neuen Modell zu starten. Ein solches Modell soll der Übermaster des Fraunhofer-Instituts sein, der es ermöglicht einen direkten Geld- und Datenstrom zwischen Urheber, Musiknutzer und weiterverarbeitenden Kunden zu erzeugen, in dem er alle eingestellten Werke weiterverfolgen kann, selbst wenn sie in Einzelteile zerlegt werden.  Dies würde das Urheberrecht komplett verändern, da der Übermaster keine Ländergrenzen kennt.

Auch WeCab hat auf dem FMC 13 eine Session angeboten und die Frage gestellt, ob die Musikwirtschaft in Zukunft eine bessere Kommunikation braucht. Mehr zur konstruktiven Diskussion, die aus der Frage entstanden ist, lest ihr hier.

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