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5 Tipps für besseren Merchandise

…und wie er Fanbindung verstärkt

 

Merchandise ist für viele Bands eine wichtige Einnahmequelle. Oft wird aber vergessen, dass Merchandise auch eine wichtige Basis für die Kommunikation mit den Fans sein kann. Es geht also nicht nur um Geld, sondern auch um das Image der Band. Und um einen Mehrwert, der sich nicht in Geld ausdrücken lässt.

 

Musiker geben Autogramme

Enger Fankontakt ist wichtig
CC-BY Eva Rinaldi

1. Sei präsent am Merchandise-Stand!

Ein Fehler vieler Bands ist es, einen Bogen um den Merchandise-Stand zu machen. Klar, nach einer Show brauchen Musiker etwas Zeit, um ihren Adrenalinpegel wieder auf ein relativ normales Niveau abzusenken, ein Bier (oder eine Cola) und vielleicht eine Dusche. Aber dann sollten sie sich beeilen, um am Merchandise-Stand für ihre Fans da zu sein. Es gibt fast nichts Wichtigeres für die Fanbindung, als persönlicher Kontakt. “Sei für deine Fans da! Sei ansprechbar! Sei präsent!” lautet das Motto. Ein gutes Konzert ist eine schöne Erinnerung.  Ein Gespräch mit einem der Musiker nach der Show ist ein Gesprächsthema. Und es ist gerade für junge Projekte wichtig, dass über sie gesprochen wird, damit sie neue Hörer erreichen können. Neue Hörer können Fans werden, wenn die Band ihnen das Wichtigste gibt, was sie zu geben im Stande ist: Erinnerungen an eine tolle Zeit. Eine auf Tour verkaufte CD bedeutet dann “nur” ein paar Euro in der Bandkasse, eine CD mit Autogramm ist jedoch eine unvergessliche Erinnerung für einen Fan – und immens wertvoll für den Fan. Der Aufbau einer Fanbase ist die schwierigste Aufgabe in einer Musikkarriere – sie ist aber auch die Aufgabe, die sich im nachhinein am meisten lohnt. Fankommunikation ist das A und O – und der Merchandisestand ist ein großartiger Raum für Fankommunikation.

Sicherlich mag es Konzepte und Images geben, bei denen sich die Band bewusst abgehoben und distanziert gibt. Solche Konzepte haben allerdings den klaren Nachteil, von diesem Tipp nicht profitieren zu können…

2. Baue Hürden ab!

Jeder kennt die Situation: eine großartige Show geht zu Ende und am Merch gibt es sogar die limitierte Pressung des Albums auf Vinyl – die ein Fan nach solch einem Gig einfach haben muss. Nur ist es einfach unpraktisch, den Rest des Abends mit einem zwölf Zoll langen wie breiten Klotz am Bein herum zu laufen. CDs, T-Shirts, Hoodies und ähnliches sind weniger sperrig, aber ohne eine Tasche nicht weniger lästig. Niemand will irgendwelches Zeug den ganzen Abend mit sich herumschleppen.

Aber auch hier gibt es vielleicht Abhilfe: sprecht im Vorfeld einer Tour die Betreiber der Venues an, in denen ihr auftreten wollt. Wenn es dort eine Garderobe gibt, könnt ihr eventuell vereinbaren, dass Merchandise, der nach dem Konzert gekauft wurde, dort gesammelt hinterlegt werden kann. Kauft jemand etwas am Stand kann alles in einer nummerierten Tüte an der Garderobe gebunkert und mit einem Nummernkärtchen abgeholt werden. Wenn der Betreiber sich auf eine solche Lösung nicht einlassen will, kann ein ähnliches System auch am Stand selbst umgesetzt werden.

Diese Hürde ist aber auch eine Gelegenheit für mehr Merch-Umsatz. Stofftaschen (die berühmte Jute) sind sehr billig in der Produktion und an sich schon ein guter Artikel für Tour-Merchandise. Mit ihnen können darüber hinaus auch wunderbar Pakete geschnürt werden. Das Album, die Single und ein T-Shirt plus Transporttasche, das ist ein gutes Angebot.

3. Biete Merchandise für jeden Geldbeutel!

Jeder Merchandiseartikel, egal wie viel er kostet, bedeutet Fanbindung. Merchandise fungiert oft auch als Souvenir, als Erinnerungsstück an ein Festival oder einen Abend im Club. Diese Erinnerung ist wichtig, denn nur so bleibt eine Band im Gedächtnis ihrer Hörer und Fans. Je besser sie sich an die Band erinnern, desto einfacher ist Promotion für die nächste Veröffentlichung, das nächste Konzert oder die nächste Tour. Nun ist aber nicht jeder bereit gleich einen Haufen Geld für das vollausgebaute Die-Hard-Fanpackage auszugeben. Manchmal sind auch schon zwölf Euro für ein Album zu teuer. Diesen Fans muss eine Band aber dennoch die Möglichkeit bieten, ein Erinnerungsstück vom Konzert mitzunehmen. Sticker sind dafür ein gutes Mittel und sehr günstig zu produzieren. In manchen Szenen sind Anstecker beziehungsweise Buttons immer noch sehr beliebt, günstig bestellt oder mit einer gebrauchten Buttonmaschine von ebay einfach selbstgemacht. Auch die schon erwähnten Jutetaschen eignen sich gut als Fanartikel für “Einsteiger”.

4. Geschenke! Geschenke! Geschenke!

Downloadcard als Armband

Downloadcard als Armband

Wir alle lieben Geschenke. Schenken macht Spaß! Mit Geschenken kann auch Fanbindung gestärkt werden. Kleine Geschenke auf den Konzerten können, ähnlich wie beim “Einsteiger-Merch”, können dafür sorgen, dass sich die Besucher noch lange an das Konzert erinnern. Mit Geschenken können sogar Hörer erreicht werden, die überhaupt nicht bei einem Konzert waren – vielleicht sogar die Band noch gar nicht kennen. CDBaby bietet beispielsweise die Möglichkeit an Downloadcards herstellen zu lassen. Das sind Karten mit einem Code, mit dem auf der Seite der Band Musik heruntergeladen werden kann. Diese Karten können in verschiedenen Formen bestellt werden und kosten verschwindend geringes Geld.

Natürlich eignen sich Downloadcards nicht nur zum verschenken, sondern auch als “Einsteiger-Merch”. Es gibt aber auch Downloadcards in Form von Armbändern, wie sie von Festivals bekannt sind. So kann eine Band zum Beispiel jedem Konzertbesucher die aktuelle Single und ein zwei weitere Tracks als Dankschön/Geschenk/Souvenir mitgeben. Doch beachtet dabei eine goldene Regel:  verschenkt nicht gleich alles, was vielleicht auch verkauft werden könnte.

Downloadcards sind auch gute Mittel um Mund-Zu-Mund-Propaganda zu stärken. Legt zum Beispiel jeder verkauften CD eine oder zwei Downloadcards mit ein paar Songs von der CD bei, auf welche die Botschaft “Zum Verschenken” mit ein paar Infos zur Band gedruckt sind. Der Käufer kann damit anderen eine Freude machen und macht gleichzeitig die Band bekannter. Nichts wirkt so direkt und nachhaltig wie die Empfehlung von Freunden, wenn es darum geht neue Musik zu entdecken.

5. Akzeptiere Karten!

Der SumUp Kartenleser für iOS und Android

Der SumUp Kartenleser für iOS und Android

Mit Bargeld gehen Fans vorsichtiger um, sie geben weniger aus, als wenn eine Kartenzahlung angeboten wird. Der Grund dafür ist ganz einfach: Mit Bargeld müssen noch Getränke und vielleicht ein Taxi bezahlt werden. Und wer weiß, was der Abend noch so bringt? Auf Festivals ist der nächste Bankautomat eventuell mit einer gefühlten Weltreise in den nächsten Ort verbunden. Einen Fünfziger gibt dann wohl niemand ohne Zögern aus der Hand. Am Ende bedeutet das für die Band, dass sie weit weniger Merchandise verkaufen, als sie eigentlich könnten, wenn sie keine Kartenzahlung anbieten. Aber das muss nicht sein.

Heute gibt es Anbieter wie sumup.de, die es möglich machen, dass auch auf der Tour Merchandise bargeldlos bezahlt werden kann. Gegen eine relativ geringe Bearbeitungsgebühr machen sie es möglich EC-Karten, Visa und Mastercard (jeweils mit PIN-Eingabe) zu akzeptieren. SumUp stellt die nötige Hard- und Software zur Verfügung, um mit einem iPhone, iPad oder Android-Gerät Kartenzahlungen über UMTS abzuwickeln.

Wer kein Bargeld am Merchandisestand opfern will, hat somit keine Ausrede mehr. Außerdem schätzen Menschen höhere Beträge geringer ein, wenn sie diese nicht bar auf den Tisch legen müssen. Das kann bedeuten, dass so vielleicht ein T-Shirt und eine CD verkauft werden können, wo es sonst beim Shirt geblieben wäre.

Dabei gilt es aber zu beachten, dass eine Kartenzahlung länger dauert als eine Barzahlung. Deshalb sollte bei einem großen Andrang am Merchandisestand möglichst mit mindestens zwei Verkäufern gearbeitet werden, um die anderen Fans nicht unnötig warten zu lassen.

6. Bonustrack

Als Bonustrack kommt jetzt noch eine geniale Idee, die mir auf der Tour von Depeche Mode begegnet ist. Auf dem Konzertgelände gab es nur Getränke in Pfandbechern. Diese schmückte ein Bandaufdruck –  in zwei verschiedenen Motiven. Das Pfand betrug zwei Euro je Becher. Und so hatten die Fans schon mit dem ersten Getränk einen Merchandiseartikel gekauft. Denn nicht weniger haben zumindest den ersten Becher als Andenken mit nach Hause genommen. , Inwieweit sich diese Idee auch in kleineren Venues als dem Berliner Olympia Stadion umsetzen lässt, ist Verhandlungssache mit Betreibern und Veranstaltern. Jedenfalls können bedruckte Becher, auch solche, die recht hochwertig aussehen, bei Aku-Kunststoff.de oder AllesBecher.de sehr günstig bestellt werden.

All diese Tipps sind natürlich nur Beispiele für den Umgang mit dem Thema Merchandise. In jedem Fall lohnt es sich aber mit Ideen zu spielen, die über das reine Verkaufen von T-Shirts hinausgehen und Fanbindung in den Fokus nehmen. Wir sind gespannt auf eure Ideen in den Kommentaren.

 

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