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Thom Yorke ruft Künstler auf, sich gegen Spotify zu wehren

Radiohead-Frontmann Thom Yorke hat die Stücke von seinem Seitenprojekt "Atoms for Peace" wieder bei Spotify entfernen lassen. Bild: Radiohead

Radiohead-Frontmann Thom Yorke hat die Stücke von seinem Seitenprojekt “Atoms for Peace” wieder bei Spotify entfernen lassen. Bild: Radiohead

Spotify feiert seinen fünften Geburtstag – Grund genug für Radiohead-Mastermind Thom Yorke wieder Kritik an dem Streamingservice zu üben. Und damit nicht genug – im gleichen Atemzug kritisiert er die Major-Labels, die durch Spotify Geld machen können, ohne vorher investieren zu müssen. Bereits im Juli äußerte sich Thom Yorke negativ über Spotify und erklärte, warum die Alben seines Projektes „Atoms for Peace“ dort nicht mehr zu finden sein werden. Jetzt sagte er der mexikanischen Webseite Sopitas.com, dass Spotify die Major-Labels unterstütze und somit nur ein altes Modell der Musikwirtschaft sei. Wortwörtlich sagte er, es sei „der letzte verzweifelte Furz einer Leiche“.

“Ich finde, wir als Musiker müssen diese Spotify-Sache bekämpfen. Ich denke, dass das, was im Mainstream gerade passiert, der letzte Atemzug einer alten Industrie ist.” Thom Yorke beschreibt dann, dass der nächste Schritt in der technologischen Entwicklung wichtig sei und wie die Konsumenten sich über Musik austauschen. “Ich glaube nicht, dass Streaming unser letzter Ausweg ist. Ich stimme dem einfach nicht zu”, sagt Yorke.

So argumentiert Thom Yorke, dass Majors und auch Spotify nicht nötig seien. Künstler könnten einen direkten Draht zum Fan aufbauen und den Mittelmann eliminieren: “Als wir die Sache mit ‘In Rainbows’ durchzogen, war es eine der aufregendsten Ideen, eine direkte Verbindung zu den Fans aufzubauen. Man lässt alles andere einfach weg. Aber dann sind diese ganzen Pisser wie Spotify dazwischen gekommen und versuchen plötzlich den ganzen Prozess zu kontrollieren. Wir brauchen das nicht, kein Künstler braucht das. Wir können alles selbst aufbauen, also verpisst euch.”

Was Thom Yorke nicht erwähnt: nicht jeder Künstler hat Zeit und auch das Know-How, um auf Mittelmänner zu verzichten. Manche Schlüsselpositionen sollten von Experten besetzt werden – nicht nur aus Zeitgründen. Experten erledigen die Arbeit schneller und oft auch präsziser – und sparen dem Künstler somit nicht nur Zeit, sondern oft auch Geld. Yorke weiß das selbst – denn seine Radiohead-Alben erscheinen bei einer Major-Company.

Spotifylogo

Spotify weiter in der Kritik

Laut dem Sopitas.com-Interview mit Thom Yorke sind es die Major-Companys, die Dienste wie Spotify zur Nutzung alter Werke brauchen und Künstler dafür ausnutzen: “Die Majors sind begeistert davon, weil sie damit ihre alten Sachen wiederverkaufen können ohne selbst zu investieren, ein Vermögen damit einnehmen und nicht sterben. Deshalb ist die ganze Sache mit Spotify eine riesige Schlacht, denn es geht um die Zukunft von Musik. Es geht darum, ob wir an die Zukunft der Musikindustrie glauben, gleiches gilt für die Film- und Buchindustrie.”

Auf Thom Yorkes Statement hat sich unter anderem auch Ex-Eurythmics-Mitglied Dave Stewart geäußert. Er sagte dass Yorke und Nigel Godrich falsch lägen und Spotify verehren sollten. Auch Radiohead-Manager Brian Message hat sich für Streaming-Dienste ausgesprochen, Spotify würde mit der Zeit angemessene Vergütung liefern, glaubt er.

Ein Befürworter der Streaming-Geschäftsmodells ist auch Martin Mills, Gründer der Indie-Labelgruppe Beggars Group. “Einige unserer Künstler – gerade die, die wir im Katalog führen – stellen bei der Honorarabrechnung fest, dass sie bei einigen Tracks via Streaming mehr verdienen als durch andere Quellen”, so Mills schon im vergangenen Jahr. “Für Beggars zahlt sich das um ein vielfaches mehr aus als Radio-Airplay. Deshalb sind wir große Streaming-Unterstützer.” Mills liefert demnach ein Argument gegen den von Yorke proklamierten Majorlabel-Streamingdienst-Komplex. Hingegen haben diverse Indie-Labels ihre Kataloge von Spotify und Co. abgezogen – eben weil sie die Vergütung nicht als fair empfinden.

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