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Branding – Die Band als Marke – Teil I

Hurts

Hurts – eines der besten Beispiele für eine vollständig durchgestaltete Musikmarke von heute. Foto: Bandseite

Der Erfolg von Bands hängt heutzutage von Sichtbarkeit ab – Branding ist essentiell. In unserer Zeit, in der wir von allen Seiten mit Botschaften, Werbung, Nachrichten und Unterhaltung beschossen werden, haben wir kaum noch Zeit Neues kennenzulernen. Und selbst wenn wir die Zeit finden, müssen wir uns an das Neue erinnern (oder besser erinnert werden), weil sonst die nächste Salve des Informationstrommelfeuers jedes zarte Pflänzchen des Kennenlernens neuer Musik, Bands oder Labels zersiebt.

Branding kann beim Erinnern helfen. Branding bezeichnet im klassischen Marketing den Aufbau einer Marke. Eine Marke prägt das Image eines Produktes, gibt ihm ein (idealerweise) konsistentes Aussehen,  einen Wiedererkennungswert und kommuniziert die Markenbotschaft. Kurzgesagt wird ein Ideal des Produkts durch seine Marke verstärkt und emotional aufgeladen. Coca Cola wäre ohne seine Marke schlicht braunes Zuckerwasser mit Aromastoffen. Braunes Zuckerwasser auf dessen Behältnis “Coca Cola” steht, ist jedoch ein Teil eines bestimmten Lebensgefühls, weckt Assoziationen mit einem jugendlichen Lebensstil, lässt vielleicht Erinnerungen wach werden und so weiter und so fort. Die Marke macht aus diesem braunen Zuckerwasser einen emotionalen Gegenstand. Die Marke sorgt dafür, dass wir bereit sind für einen Liter Coca Cola mehr zu zahlen, als für das No-Name Pendant von Aldi.

Paul Stanley (KISS) Actionfigur CC-BY Joshua06

Paul Stanley (KISS) Actionfigur
CC-BY Joshua06

Bands sind oft selbst ähnlich erfolgreiche Marken. Nehmen wir zum Beispiel KISS. Auch wenn man selbst, keine einzige Platte der Band besitzt und die Musik, die Outfits der Band und nicht zuletzt Gene Simmons Zunge abstoßend findet – jeder kennt KISS. Die Band vermittelt ein Lebensgefühl und hat Generationen junger Rockfans von den siebziger Jahren bis heute begeistert. Es gibt KISS Konzerte, KISS Filme, KISS Actionfiguren, KISS Custom Gitarren, KISS Energydrinks, T-shirts, Schminksets, Kaffeetassen, Unterwäsche…

Weltweit dürfte es kaum jemanden geben, der beim Zappen durchs Fernsehprogramm nicht innerhalb weniger Sekunden den Mitschnitt eines KISS Konzerts als solches erkennen würde. Das alles ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Branding auf allerhöchstem Niveau. Am Ende ist die Band KISS vielleicht tatsächlich nur noch ihre eigene Marke, die Marke ist größer als die Band. KISS ist der Extremfall, aber ein gutes Beispiel, durch welches erklärt werden kann, welche Elemente eine starke Künstlermarke benötigt, um erfolgreich zu sein. Für das eigene Projekt lohnt es, sich zu überlegen wie weit es sinnvoll ist, das eigene Branding aufzubauen und wann der Punkt erreicht ist, an dem Zufällen und Flexibilität Raum gegeben werden muss. Branding setzt sich für Musik-Projekte aus vier Elementen zusammen:

  • Markenkern und Bandimage
  • Soundbranding
  • Branded Lyrics
  • Visual Branding

Jeder dieser Aspekte kann gebrandet werden, es ist aber jedem Projekt selbst überlassen, inwieweit die eigene Strategie es zulässt, Flexibilität Raum zu geben. Die richtige Balance darf nie aus den Augen geraten. Übertriebener Einsatz von Branding kann zu Kosten von Authentizität gehen. Musikprojekte sollten ihre Fähigkeit zu überraschen niemals verlieren. Im nächsten Teil gehen wir auf die einzelnen Bestandteile von Künstlermarken ein.

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