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Soundtrack Cologne bietet Reality Check für Medienkomponisten

Am Donnerstag, 21. November, beginnt die zehnte Ausgabe des Fachkongresses Soundtrack Cologne. Die Veranstaltung wendet sich im Gegensatz zu den üblichen Musikmessen spezifisch an Medienmusiker und –Komponisten. Also an Musiker, die Musik im Rahmen von Auftragsproduktionen für Medienprodukte erschaffen. Dazu gehören neben den offensichtlichen Filmsoundtracks aber auch Werbemusik, Marken-Jingles oder Computerspielmusik.

Musikprofis hinter den Kulissen diskutieren über ihre Branche: Die letzte Ausgabe der Soundtrack Cologne brachte spannende Einblicke. Foto: Soundtrack Cologne 2012

Musikprofis hinter den Kulissen diskutieren über ihre Branche: Die letzte Ausgabe der Soundtrack Cologne brachte spannende Einblicke. Foto: Soundtrack Cologne 2012

Das Programm-Angebot der einzelnen Veranstaltungen ist breit gefächert: So kann man neben einem Praxisworkshop mit Profis wie dem Filmkomponisten Jeff Rona (Black Hawk Down) auch an der European Talent Competition teilnehmen, einem Wettbewerb in dem zu einem Film zwölf verschiedene Soundtracks komponiert wurden, die nacheinander gezeigt werden, um zu sehen, wie Filmmusik den Gesamteindruck des Filmerlebnisses beeinflusst. Oder die Teilnehmer können bei Fachgesprächen Koryphäen der Computerspielmusik wie Jason Graves (Tomb Raider, Dead Space) lauschen, der über seine Arbeit an Toptiteln der Computerspielbranche erzählt. Auch die Verwertungsgesellschaften kommen nicht zu kurz und sollen ihre Strategien für den digitalen Wandel darlegen.

Zentraler Programmschwerpunkt ist dieses Jahr jedoch der „Reality Check“, der die Auswirkungen von Digitalisierung und Medienumbruch auf die Arbeit und die Berufschancen von Medienmusikern beleuchten soll. „Waren die Medienmusiker im Gegensatz zu anderen Musikbereichen wohlbehütet, kommen die geänderten Rahmenbedinungen mittlerweile auch in diesem Bereich an. Die Budgets für den Musikanteil bei Film und TV sinken aufgrund von Unsicherheiten bei der Gegenfinanzierung in letzter Zeit in besorgniserregendem Ausmaß. Meistens wird der hier entstandene Druck Eins zu Eins an die Freelancer, also die freiberuflichen Auftragskomponisten, weitergegeben. Immer häufiger würden Aufträge für „low“ oder „no budgets“ vergeben“, berichtet der Programmverantwortliche der Soundtrack Cologne Matthias Hornschuh.
Die Entrüstung des englischen Top-Musikproduzenten Whitey, der mit einem offenen Brief eine schallende Ohrfeige an eine englische Produktionsfirma erteilte, die umsonst von ihm Musik für eine TV-Produktion haben wollte sei exemplarisch für die Situation vieler Medienmusiker. „Manche von ihnen bluten langsam finanziell aus und können nicht mal mehr ihr Studio und ihre Arbeitsmittel updaten. Diese Situation ist neu“,  sagt Hornschuh.

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Ist die Digitalisierung ein Problem für Medienmusiker? Anselm Kreuzer hält eine Keynote auf der zehnten Soundtrack Cologne.

In seiner Keynote nimmt sich der versierte Medienkomponist Anselm Kreuzer des Themas an und überlegt, wie sich Digitalisierung und Wertschöpfung für Medienkomponisten miteinander verbinden lassen, ohne dass der Kreative dabei auf der Strecke bleibt. Es folgen Best Practice-Beispiele von Profis, aber auch ausführliche Eigenvermarktungsseminare (Freitag 10 – 18 Uhr). Aber das Besondere an diesem Fachkongress ist das Ausmaß des filmmusikalischen Rahmenprogramms: So werden parallel zum Kongress diverse Filmmusikaufführungen unter dem Oberbegriff “See The Sound” veranstaltet, das Kölner Rundfunkorchester spielt am Freitag in der Kölner Philharmonie sogar adaptierte Musik aus Computerspielklassikern wie „Legend Of Zelda“, ein passendes Rahmenprogramm für das erste runde Soundtrack Cologne-Jubiläum.

Offen ist der Fachkongress nicht nur für Medienmusik-Profis, sondern auch für Amateure, die einen Berufseinstieg in den Bereich Medienmusik schaffen wollen. Eine Tagesakkreditierung kostet 50 Euro (Studenten: 30 Euro), eine Vollakkreditierung 120 Euro (Studenten: 40 Euro).

 

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