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5 Gründe bei Youtube präsent zu sein

…und welche Chancen für Bands darin liegen

youtube-logoAuf Youtube präsent zu sein ist derzeit für jedes Musikprojekt immens wichtig. Neben Katzencontent und russischen Bloggern, die sich auf die Apokalypse vorbereiten ist Youtube vor allem eine große Plattform für Musik. Das Belegen zum Beispiel die Zahlen von Statista zu den meistabgerufenen Videos im April letzten Jahres. Die Chancen für Musikprojekte liegen vor allem darin, dort eine größere Sichtbarkeit zu erreichen. In diesem Artikel werden wir uns exemplarisch häufiger auf die Band Walk Off The Earth beziehen, die Youtube sehr erfolgreich für ihre Promotion einsetzt.

Die folgenden 5 Gründe sollen Euch einen Einblick geben, welche Chancen in der Nutzung von Youtube als Promotionkanal liegen.

1. Youtube ist die größte Suchmaschine für Musik

Auf Youtube werden jeden Tag über vier Milliarden Videos angesehen. Ein riesiger Teil davon sind Musikvideos. Nutzer, die nach Musik im Netz suchen landen häufig auf Googles Videoplattform. Nichts liegt also näher, als dort präsent zu sein, wo die Masse möglicher neuer Fans nach Inhalten sucht.
Noch mehr Sichtbarkeit für die eigenen Inhalte kann generiert werden, wenn andere Nutzer Playlisten anlegen in denen diese Inhalte auftauchen. Wenn jemand nach Musik eines bestimmten Genres bei Youtube sucht, kann er die Inhalte Eurer Musikprojekte eventuell über entsprechende Genre-Playlists finden. Um in solche Playlists aufgenommen zu werden, solltet Ihr euch nicht davor scheuen, Youtuber anzuschreiben, die viele Abonennten beziehungsweise Klicks auf ihren Playlists sammeln, um sie auf Eure Videos aufmerksam zu machen.

2. Inhalte für Youtube bereitzustellen ist einfach

Es muss nicht immer ein auf Hochglanz poliertes Musikvideo unter der Regie von David Lynch sein. Wer nicht über die Ressourcen an Zeit und Geld verfügt in dieser Liga mitzuspielen, kann allerdings aus der Not eine Tugend machen und persönlichere Inhalte einstellen. Kleine Videos, die im Studio oder auf Tour entstehen, sind für Fans oft sehr interessant. Auch wenn es für euer (hoffentlich) international erfolgreiches Musikprojekt scheinbar selbstverständlich ist Robbie Williams Backstage zu treffen, kann ein kurzes Video, welches mal eben mit einem iPhone von dem Ereignis gemacht wird, für Fans interessant sein.

Der Filmemacher Michel Gondry wurde in der Frühzeit von MTV mit seinen liebevollen Stopmotion-Videos zu einem gefeierten Künstler. Photo: CC BY-SA Georges Biard

Der Filmemacher Michel Gondry wurde in der Frühzeit von MTV mit seinen liebevollen Stopmotion-Videos zu einem gefeierten Künstler.
Photo: CC BY-SA Georges Biard

Auch Videomaterial scheinbar weniger spektakulärer Ereignisse kann helfen einem Musikprojekt und den Leuten dahinter, ein Gesicht zu geben. Seid Ihr mit dem Tourbus liegen geblieben? – Schnell die Kamera oder das Phone rausholen und den Vorfall dokumentieren. Neues Equipment geliefert bekommen? – Schnell einen kleinen Unboxing-Clip gedreht. Grundsätzlich gilt die Faustregel, dass so ziemlich alles, was mit dem Musikalltag zu tun hat, potenziell als Youtube-Clip verwendet werden kann. Was dann tatsächlich auf der Plattform landet, sollte aber immer mit dem Branding Eures Musikprojekts im Hinterkopf ausgewählt werden.

Abgesehen von solchen dokumentarischen Formaten können auch Videos von Liveshows guter Content für Eure Youtube-Präsens sein. Dabei muss aber auf gute Klangqualität geachtet werden. Dafür empfiehlt es sich, die Show mit einer oder mehreren Kameras aufzuzeichnen und die Aufnahmen mit einem separaten Audio-Mitschnitt des Konzerts zu unterlegen.

Musikvideos müssen ebenfalls nicht teuer sein. Oft können aus kreativen Ideen, wie finanzielle und zeitliche Beschränkungen umgangen werden können, die interessantesten Videos entstehen. Denken wir zum Beispiel an die Frühzeiten von MTV oder Filme wie Blair Witch Project, die eine bestimmte Ästhetik aus beschränkter Technik heraus entwickelt haben. Zum Beispiel sind Stopmotion Videos recht kostengünstig selbst zu realisieren und können trotzdem sehr eindrucksvoll sein, wenn die Idee stimmt. Tools wie iStopMotion können die Arbeit an solchen Videos sehr vereinfachen.

3. Youtube-Kanäle können abonniert werden

Ein großer Vorteil von Youtube ist die Möglichkeit, dass Fans Eure Youtube-Kanäle abonnieren können. Abonnements sorgen dafür, dass Nutzer nicht nur einmalig auf Eure Videos stoßen, sondern regelmäßig infomiert werden, wenn Ihr Neues einstellt. Dies führt zu regelmäßiger Sichtbarkeit und mehr Shares, wenn Fans Eure Videos teilen. Es ist auf diesem Weg möglich, kontinuierlich mit Euren Fans in Kontakt zu bleiben.

4. Kommentare helfen mit Fans in Dialog zu treten

Walk Off The Earth – erfolgreich mit Cover-Songs Photo: Erin Blackwood

Walk Off The Earth – erfolgreich mit Cover-Songs
Photo: Erin Blackwood

Oft werden Kommentare zu Videos unterschätzt. Sie sind aber eine sehr gute Möglichkeit mit Fans in Kontakt zu treten. Es ist wichtig auf Kommentare zu reagieren, sich für nette Statements zu bedanken, auf Fragen zu antworten. Wie überall im Musikgeschäft wird eine Fanbasis bei Youtube Fan für Fan aufgebaut. Jeder Kommentar zeigt, dass sich der Schreiber mit dem Video auseinandergesetzt hat. Aufmerksamkeit ist die knappe Ressource unserer Zeit. Wenn Leute Aufmerksamkeit für Eure Inhalte aufbringen und sie kommentieren, dann trägt eine gute Reaktion darauf zu einer engeren Fanbindung bei. Diese Leute sind am Ende Eure treusten Fans.

5. Trittbrettfahren ist einfach

Wie eingangs schon erwähnt, wird bei Youtube mehr als häufig nach Musik gesucht. Nur, wie wird das eigene Projekt gefunden, wenn niemand weiß, dass es existiert? Trittbrettfahren kann dabei helfen, diese Frage zu beantworten. Cover-Versionen bekannterer Songs können dazu beitragen gefunden zu werden. Ein gutes Cover kann ein Startpunkt dafür sein, Fans auf die eigene Musik aufmerksam zu machen. Auch dabei ist die Idee wichtiger als das Budget, welches Ihr in ein solches Video stecken könnt.
Die Musiker von von Walk Off The Earth sind für diese Strategie ein sehr gutes Beispiel. Ihre Coverversion von Gotyes “Somebody that I used to know”, den sie zu fünft mit einer Guitarre aufgenommen haben, ist mittlerweile zum Youtube-Hit geworden – auch wenn Gotye selbst mittlerweile auch jemand ist, den wir mal kannten.

und jetzt alles zusammen…

Walk Off The Earth nutzen alle Vorteile der Plattform. Ihre Videos werden oft (auch zufällig) gefunden, da sie häufig Cover bekannterer Künstler und auf der Plattform vertreten sind.
Viele ihrer Videos sind absolut einfach hergestellt, was Technik und Budget angeht. Mit über 1.6 Millionen (!!!) Abonnenten, ist sicher gestellt, dass viele ihrer Videos vom Fleck weg eine große Masse von Nutzern anziehen. Ihr Kontakt mit Fans ist freundlich und positiv.

Natürlich lässt sich eine solche Karriere nicht vorhersagen oder planen. Wichtig ist nur, dass hier Chancen liegen, die genutzt werden wollen. Solange Ihr die betriebswirtschaftliche Seite der Fanbindung nicht aus den Augen verliert, könnt Ihr mit einer ordentlichen Youtube-Präsens aber wenig falsch machen.

Gebt nicht alle Inhalte, die Ihr verkaufen wollt, preis…

Zuletzt gibt es aber doch noch ein paar Dinge zu beachten. Für Youtube gilt, wie für jeden anderen Promotion-Kanal, die Devise “show some gold”. Die Auswahl an Inhalten, die Ihr für Euer Projekt in die Plattform einstellt muss sich danach bemessen, dass Ihr so viele Inhalte wie nötig veröffentlicht, um Eure Promotion-Ziele zu erreichen und die Entwicklung Eurer Musikmarke zu unterstützen. Der Weg ist aber, so wenig wie möglich von den Inhalten dort zu zeigen, die Ihr eigentlich verkaufen wollt.

Youtube ist nützlich aber nicht unbedingt Dein Freund

Bei allem Positiven, was über Youtube gesagt werden kann darf aber eines nicht vergessen werden. Trotz – oder gerade wegen – der großen Reichweite von Youtube ist das Portal mit Vorsicht zu bespielen. Youtube zahlt in Deutschland nach wie vor keine Lizenzen an Komponisten und Texter, da bislang keine Einigung mit der GEMA erreicht werden konnte. Es wird mit immer härteren Bandagen gekämpft, was auch jüngst wieder einmal zu einem Rechtsstreit führte. Es ist zwar möglich an der Monetarisierung von Youtube teilzunehmen, nur sind die Summen, welche dort erreicht werden, verschwindend gering (sofern nicht sechs bis siebenstellige View-Zahlen erreicht werden).

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