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So war es auf der by:Larm 2014 in Norwegen

ByLarm2Der erste Konferenztag beginnt mit einem wundervollen Ausblick: die Teilnehmer, die mit der Fähre aus Dänemark anreisen, wachen auf dem Oslo-Fjord auf. Nebel, saftig grüne Berge und ein bisschen Schnee – dazwischen die für Norwegen typischen Holzhäuser. Noch gut eine Stunde, dann legt das Schiff in Oslo an – und der Konferenz-Teil der by:Larm beginnt auch  für die schiffsreisenden Nachzügler.

Die by:Larm, die 2014 zum 17. Mal stattfindet, ist zum ersten Mal für Delegierte ausverkauft. 1200 Teilnehmer zählt allein der Konferenz-Teil. Zählt man die Künstler hinzu, dann sind es rund 2000 angemeldete Besucher. Die meisten der Teilnehmer sind aus Norwegen, gefolgt von anderen skandinavischen Ländern. Aber auch aus anderen europäischen Ländern reisen die Delegierten nach Oslo. In diesem Jahr sind auch auffällig viele Deutsche mit an Bord. Das ist wahrscheinlich dem deutschen Schwerpunkt geschuldet, den die Konferenz im Vorfeld gesetzt hat.

Deutscher Schwerpunkt auf der by:Larm

Folkert Koopmanns von FKP Scorpio und Irmin Schmidt von der deutschen Krautrock-Legende Can stellen sich einer Frage & Antwort Session. Und in mehreren Modulen können die Teilnehmer am Freitag alles über den deutschen Musikmarkt erfahren. Und bekommen von Experten natürlich auch die Frage beantwortet: „Wie bekomme ich Zugang zum deutschen Markt?“. Außerdem präsentierte sich das Reeperbahn-Festival bei einem Frühstück und die Berlin Music Week während einer Day-Party.

Das Kongress-Zentrum in Oslo am Youngstorget war in diesem Jahr der Haupttreffpunkt der by:Larm-Delegierten. Foto: Agata Klusak

Das Kongress-Zentrum in Oslo am Youngstorget war in diesem Jahr der Haupttreffpunkt der by:Larm-Delegierten. Foto: Agata Klusak

Im Kongress-Zentrum in Oslo scheinen die Uhren anders zu ticken, als bei anderen Konferenzen. Die Atmosphäre ist entspannt, überall laden gemütliche Sitzgelegenheiten zum Relaxen ein. Und die umliegenden Restaurants und Cafés sind immer gut gefüllt mit Delegierten, die Pausen zum Netzwerken nutzen. Hier, in Norwegen, ist die Stimmung positiv, zukunftsgewandt. Hier wird nicht darüber gestritten, dass die neuen Geschäftsmodelle nur mickrige Umsätze generieren. General Manager Erlend Mogård-Larsen sagt, dass es keinen Sinn mache, sich nach einem alten Geschäftsmodell zu sehnen. Alles ändere sich in Zukunft und es war ihm wichtig, diese Entwicklungen auf der by:Larm aufzugreifen. Es sei wichtig, offen für Neues zu sein, statt sich nach der guten alten Zeit zu sehnen. Die sei Geschichte.

Im nächsten Jahr wird die by:Larm internationaler

So wird sich die by:Larm in Zukunft auch mehr dem europäischen und internationalen Markt zuwenden. Im kommenden Jahr werden so nicht nur Acts aus Skandinavien bei den Showcases vertreten sein, sondern auch internationale Acts. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Festival vergrößert werden soll. Im Gegenteil: statt 120 Acts sind in diesem Jahr nur 100 gebucht, viele der Acts spielen öfter als einmal, um jedem die Chance zu geben, so viele Acts wie möglich zu sehen. „Das bringt meiner Meinung nach sowohl den Künstlern als auch den Konzertbesuchern mehr. Ist das Angebot zu groß, weiß man ja gar nicht, wo man beginnen soll. Wir wollen nicht der Größte sein, sondern uns auf die Acts, die auftreten, fokussieren“, sagt Erlend Mogård-Larsen.

Die Spielstätten, wie hier die Sentrum Scene, waren in den Abendstunden sehr gut besucht. Über 100 Acts spielten 200 Konzerte in drei Tagen. Nicht nur für Delegierte, sondern für jeden, der kommen mochte. Foto: Oddbjørn Steffensen

Die Spielstätten, wie hier die Sentrum Scene, waren in den Abendstunden sehr gut besucht. Über 100 Acts spielten 200 Konzerte in drei Tagen. Nicht nur für Delegierte, sondern für jeden, der kommen mochte. Foto: Oddbjørn Steffensen

Alle Spielstätten sind in wenigen Gehminuten vom Kongresszentum aus zu erreichen. Das ist besonders wichtig, wenn das Wetter nicht mitspielt. Diesmal regnete es zwar, aber es gab keinen Schnee und keine Eisglätte, wie im Vorjahr.

Zum ersten Mal ist die by:Larm im Kongresszentrum am Youngstorget und nicht mehr in einem Hotel. Das hat Vorteile: die Seminarräume sind größer, die Delegierten finden immer einen Sitzplatz – selbst in den beliebtesten Modulen. Das ist anders als bei den Konzerten: einige der Spielstätten sind so klein, dass sich lange Warteschlangen bilden. Und nicht selten sagen die Besucher, dass sie anstehen, um eine Band zu sehen, die erst in einer guten Stunde spielt. Die Delegierten werden zwar oft durchgewunken, Freunde, die keinen Delegierten-Pass haben, bleiben dann aber vor der Tür. Hat man es jedoch in die Spielstätte geschafft, warten kleine, feine und intime Clubkonzerte in den ausgesuchten Venues. Und selbst die großen Spielstätten wie die Sentrum Scene, das Rockefeller oder das Wimp-Zelt, an das auch der Lounge-Bereich für die Delegierten angeschlossen ist, wirken eher klein und gemütlich.

Im nächsten Jahr möchte die by:Larm internationale Talente nach Oslo locken. Foto: Agnetha Mortensen

Im nächsten Jahr möchte die by:Larm internationale Talente nach Oslo locken. Foto: Agnetha Mortensen

Der musikalische Fokus liegt in diesem Jahr ganz klar im Bereich der Pop- und elektronischen Musik. Diese Genres stehen gerade hoch im Kurs. Alle Bereiche des Rock sind eher unterrepräsentiert.  Das liegt nicht daran, dass die Booker der by:Larm dieses Genres bevorzugen. Gebucht wird, was qualitativ hochwertig ist. „Wir kreieren schließlich keine Hypes. Der Hype ist schon da, es ist unsere Aufgabe, ihn aufzugreifen“, sagt der General Manager.

Seit 2008 findet die by:Larm in Oslo statt, vorher war sie in jedem Jahr in einer anderen Stadt.  Und zum Abschluss ein kleiner Tipp für alle Skifahrer oder Snowboarder: wenn es der Terminkalender zulässt, dann eignet sich der Samstag wunderbar für einen Ausflug ins benachbarte Skigebiet bevor abends die nächsten Konzerte stattfinden. Oder einfach ein bis zwei Tage anhängen und den Schnee genießen.

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