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Analyse : Auswirkungen von einem alternativen Abrechnungsmodell bei Streaming- Diensten

1385092_10151893967069710_1693572172_a“Die Künstler, die bereits jetzt am besten bei den Streamingdiensten verdienen, würden ein klein wenig mehr Geld bekommen, wenn das Abrechnungsmodell umgestellt werden würde”, lautet ganz kurzgefasst das Ergebnis einer Analyse, die Dr. Rasmus Rex Anfang Mai während des Spot-Festivals in Aarhus vorgestellt hat. Der Forscher am Rhythmischen Musikkonservatorium und an der Roskilde Universität hatte untersucht, wie es sich auf die Verdienste der Künstler bei Streaming-Diensten auswirken würde, wenn man vom derzeitigen „pro rata“-Model zu einem „Per User“-Model wechseln würde.

Es wird seit einiger Zeit heiß diskutiert, ob Alternativen zum derzeitigen Abrechnungsmodel bei Streamingdiensten, Musikern Vorteile verschaffen könnten, die mit ihrer Kunst Nischen bedienen und weniger populär sind. Sprich: würde ein neues Abrechnungsmodel nicht nur die Reichen noch reicher machen, sondern auch den Nachwuchs fördern oder die weniger bekannten Künstler unterstützen? „Leider nein“, sagt Dr. Rasmus Rex,„die Realität zeigt genau das Gegenteil.“

Das aktuelle Abrechnungsmodel: „pro rata“

Dr. Rasmus Rex stellte seine Analyse auf dem Spot-Festival in Aarhus im Rahmen eines Seminars von Koda vor.

Dr. Rasmus Rex stellte seine Analyse auf dem Spot-Festival in Aarhus im Rahmen eines Seminars von Koda vor.

Heute werden alle Verdienste eines Streamingunternehmens in einem großen Topf gesammelt, der schließlich an die Rechteinhaber ausgeschüttet wird. Wie viel der einzelne Rechteinhaber bekommt, hängt nicht nur davon ab, wie oft seine Musik abgespielt wurde, sondern wird auch in Relation zu der Gesamtsumme aller Songs gesetzt, die bei einem Streamingdienst in einem Monat abgespielt wurden. Einfacher gesagt: der Anteil an der Gesamtsumme der Streamings wird errechnet – und dieser Teil wird dann aus dem Gesamttopf an den Rechteinhaber ausgezahlt. Hat er beispielsweise 1/1000 zu der Gesamtsumme aller Streams beigetragen, bekommt er auch 1/1000 der Gesamteinnahmen ausgezahlt. Dieses Abrechnungsmodell, das hier sehr vereinfacht dargestellt wurde, wird „pro rata“ genannt.

Pro User Modell wird oft als Alternative diskutiert

Beim „Pro User“ Modell werden die Einnahmen nicht in einen großen Topf geführt, sondern anteilig direkt an den Rechteinhaber abgeführt. Es kommt also nur noch darauf an, wie oft ein Musiktitel abgespielt wurde und nicht mehr darauf, wie oft er in Relation zu allen abgespielten Titeln angehört wurde.
Rasmus Rex hat in Zusammenarbeit mit Koda, dem dänischen Gegenstück zur Gema, Daten des Streamingdienstes Wimp analysiert. Wie genau er das gemacht hat, kann jeder in seinem englischsprachigen Report nachlesen. Jedenfalls, so sagt er selbst, hat er gerechnet und gerechnet. Und dabei kam dann heraus, dass eine Umstellung auf die ”per User”-Methode nur einen Vorteil für die am meisten gespielten und populärsten Künstler sei. Das ist das genaue Gegenteil von dem, was bislang immer angenommen wurde und was die Diskussionen ausgelöst hat.

Zahlenverarbeitung killt Mythen

Koda klärte auf dem Spot-Festival, das diesmal einen öffentlich zugänglichen Außenbereich vor dem Musikhuset hatte, über Mythen beim Streaming auf. Foto:  Allan Høgholm Photography, www.hoegholm.dk

Koda klärte auf dem Spot-Festival, das diesmal einen öffentlich zugänglichen Außenbereich vor dem Musikhuset hatte, über Mythen beim Streaming auf. Foto: Allan Høgholm Photography, www.hoegholm.dk

Kodas Vorsitzender Anders Lassen war nicht etwa enttäuscht vom Ausgang der Analyse: „Natürlich haben wir damit die Probleme der Künstler, die mit Streaming nicht genug verdienen, nicht gelöst. Und auch die Lage für sie nicht verbessert. Jedoch bin ich froh, dass wir mit dem Report einige Mythen ausräumen könnten, die darüber spekuliert haben, was ein alternatives Abrechnungsmodell bedeuten könnte.“ Lassen sagt, dass es außerdem nötig sei, alle Alternativen zu dem nun währenden Abrechnungsmodell sorgfältig zu untersuchen. „Streaming ist noch ein sehr junger Distributionsweg, mit dem wir noch nicht genug Erfahrung sammeln konnten.“ Außerdem sollte man sich bewusst sein, dass auch eine Umstellung des Abrechnungsmodells Geld kosten würde. Geld, das wiederum dann nicht an die Künstler und Rechteinhaber ausgeschüttet werden könne.

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