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Europäisches Kartellamt startet Untersuchung gegen YouTube

youtube-logoDie Auseinandersetzung zwischen den Independent Labels und YouTube geht in die nächste Runde: In Europa und den USA wehren sich die Indies gegen die Google-Tochter.

Nachdem der Dachverband Impala vergangene Woche eine förmliche Wettbewerbs-Beschwerde bei der EU eingereicht hat, startet nun das formelle Verfahren. Wie bereits berichtet, streiten die Indies und YouTube um die Linzensdeals für den neuen Streamingservice, der von YouTube so schnell wie möglich auf den Weg gebracht werden soll. YouTube versucht die Indies zu zwingen, einen Vertrag zu unterschreiben, der eine Vergütung der Streams vorsieht, die weit unter dem Niveau anderer Streamingdienste liegt. Falls sie nicht unterschreiben, erwägt die Google-Tochter ihre Videos auf YouTube zu sperren.

Die Indies hoffen, dass die EU YouTube die rote Karten zeigen wird.

Die Indies hoffen, dass die EU YouTube die rote Karten zeigen wird.

Die Indies hoffen nun, dass die EU der Google-Tochter eine rote Karte zeigen wird. “Das ist ein ganz entscheidender Moment für die weitere Entwicklung des digitalen Musikmarkts, die derzeit von europäischen Unternehmen vorangetrieben wird”, sagt Impala-Geschäftsführerin Helen Smith. Europa müsse entscheiden, wie Streamingdienste Künstler und Konsumenten behandeln dürfen. “Wir erwarten ein dringendes Einschreiten von Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia. Die Zeit ist reif für eine rote Karte.”

In der Beschwerde, die vergangene Woche eingereicht worden war, geht es unter anderem auch darum, dass YouTube den Zugang zum Digital-Markt erschwere, indem künstliche Barrieren erschaffen werden. Desweiterenn kritisieren sie eine Meistbegünstigungsklausel im Vertragswerk, die es YouTube ermöglichen würde, mit nur einem Musikunternehmen ausgehandelte günstigere Tantiemen auf alle anderen Partner zu übertragen. Hier droht nach Ansicht vieler Marktbeobachter der Fall, dass sich YouTube übergreifend gültige Rabatte bei Streamingtarifen mit Vorschüssen an nur einen Großkonzern erkaufen könne. Aber auch der von der Google-Tochter geforderte umfassende Zugriff auf die Kataloge der Rechteinhaber würde in deren unternehmerische Freiheiten eingreifen – zum Beispiel in Hinblick auf eine Fensterpolitik bei der Auswertung von Veröffentlichungen über verschiedene Vertriebswege – und weit über das hinausgehen, was mit anderen Partnern vereinbart wurde.

Helen Smith gibt sich zuversichtlich, was die Aussichten auf einen Erfolg der Beschwerde angeht: Die EU-Kommission habe schon oft genug eine kompromisslose Haltung bewiesen, wenn es um Wettbewerbsregeln ging. Der Impala-Verband rechnet zudem vor, dass die EU Strafen in Höhe von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatz verhängen könne – bei Werbeerlösen von 5,6 Milliarden Dollar könne YouTube somit eine Strafe von mehr als 500 Millionen Dollar drohen. Die Indies hoffen nun, dass die EU zügig einschreiten wird und auch, dass bereits unterzeichnete Verträge als ungültig erklärt werden.

Die Stimmung bei den Libera Awards war nicht nur feierlich, sondern auch kämpferisch.

Die Stimmung bei den Libera Awards war nicht nur feierlich, sondern auch kämpferisch.

Die amerikanischen Indie Labels sehen die Auseinandersetzung zwischen Google und YouTube auch als eine Art Schlacht im großen Kampf um die faire Bezahlung von Musikern an. Bei den Libera Awards in New York herrschte nicht nur Feierstimmung. Die Labels klagten darüber, dass sie bei Verhandlungen mit Streaming-Diensten in eine schlechte Position gezwungen worden und somit äußerst verletzlich seien. Die Indies fürchten, dass sie von Markt-Monopolisten vom Online-Handel ausgeschlossen werden könnten, wenn sie nicht das tun, was von Ihnen gefordert wird.
Während IMPALA in Europa gerade Abwehrmassnahmen ergreift, ist es in Amerika Darius Van Arman, der Mitbegründer von “the Secretly Group”, wo unter anderem Bon Iver und Dinosaur Jr. unter Vertrag sind, der sich gerade für die Rechte der Musiker einsetzt. Er spricht vor einem Unterkomitee des Judiciary House, wo gerade eine Anhörung zum Thema Musik-Lizensierung im Gange ist.

Vergangene Woche gab es dann den ersten, öffentlichen Protest gegen das Verhalten von Youtube. Ein paar Dutzend Unterstützer der amerikanischen „Content Creators Coalition“ demnonstrierten vor dem Google-Büro in Chelsea. Sie spielten Märsche im New Orleans Style und hatten Schilder dabei, auf denen „Wirtschaftliche Gerechtigkeit in der digitalen Welt“ foerderte. Zudem stand dort geschrieben, dass YouTube nichts für den Inhalt bezahle, den sie schließlich zu Geld machen würden.

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