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GEMA

Was macht die Gema eigentlich?

Die Gema, kurz für Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, kümmert sich darum, dass die Kreativen, die Musik erschaffen, für die Nutzung ihrer Titel Geld erhalten. Komponieren sie einen Titel, ist es ihr geistiges Eigentum.

Es ist in etwa so zu vergleichen: Baut jemand ein Haus und besitzt es, dann kann er von seinen Mietern ein Entgeld für die Nutzung der Räumlichkeiten verlangen. Ähnlich ist es bei der Musik: Die Gema kümmert sich, quasi als Hausverwalter, darum, dass Textdichter und Komponisten Nutzungsgebühren für ihr Eigentum bekommen. Und zwar von denen, die Musik verbreiten und damit Geld verdienen.

Das sind beispielsweise Fernseh- und Radiosender, Konzertveranstalter, Discotheken, Gaststätten und Bekleidungsgeschäfte. Doch nicht nur das Sende- und Aufführungsrecht wird von der Gema kontrolliert. Es gibt auch noch das Mechanische Recht: Erstellt jemand in Deutschland einen Tonträger mit Musik von Künstlern, die Mitglied in der Gema sind, muss der Ersteller eine Abgabe an die Gema bezahlen. So zum Beispiel Labels, die eine CD herausbringen wollen. Außerdem bekommen die Künstler Geld, wenn ihre Werke vervielfältig werden. Sprich: Immer wenn ein Track bei einem Musikdownloadanbieter bestellt oder eine Audio-CD gebrannt wird, fallen Gema-Gebühren an. Da sich aber nur schwer kontrollieren lässt, wer eine CD brennt, wurde eine Pauschalabgabe eingeführt. Wer einen CD-Brenner oder Rohlinge erwirbt, der zahlt automatisch eine Abgabe an die Gema – die sogenannte Pauschalabgabe auf Geräte und Medien.

Die Gema sammelt all das Geld ein und verteilt es nach einem komplizierten Schlüssel an die Vereinsmitglieder. Nach Abzug der Verwaltungskosten.

Die Gema kontrolliert also für ihre rund 65.000 Mitglieder, ob das musikalische Repertoire ihrer Vertragspartner in der Öffentlichkeit ausgestrahlt, abgespielt, aufgeführt oder vervielfältigt wird. Denn nicht jeder einzelne Musikschaffende kann nachvollziehen, ob, wann und wo seine Stücke eingesetzt werden.

1903 wurde die erste deutsche Verwertungsgesellschaft gegründet. Insbesondere der Komponist Richard Strauss setzte sich damals dafür ein, dass die Deutsche Anstalt für musikalisches Aufführungsrecht (AFMA) gegründet wurde. Ein Jahr zuvor war ein Gesetz verabschiedet worden, dass Musik nur dann öffentlich aufgeführt werden durfte, wenn der Urheber zugestimmt hatte.

Die Afma und zwei konkurrierende Gesellschaften wurden schließlich 1930 zur STAGMA (Staatlich genehmigte Gesellschaft zur Verwertung musikalischer Urheberrechte) zusammengeführt. Später, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, benannten die Alliierten die Organisation in Gema um. 1965 bekam die Gema mit dem Urheberrechtswahrnehmungsgesetz ihre bis heute gültige rechtliche Grundlage.

Doch schon viel früher hatte es Rechtsstreite um das Urheberrecht gegeben: Der Chanson-Komponist Ernest Bourget besuchte im Jahr 1847 das Pariser Konzerthauscafé „Les Ambassadeurs“. Dort wurde seine eigene Musik gespielt wurde. Er weigerte sich schließlich, die Café-Rechnung zu begleichen – mit dem Argument, dass seine musikalischen Beiträge ja auch nicht honoriert würden. Das Tribunal de Commerce de la Seine entschied, dass nur der jeweilige Urheber entscheiden könne, wann seine Werke öffentlich aufgeführt werden dürfen. Außerdem müsse er dafür angemessen bezahlt werden.

Was angemessen ist und wie hoch die Nutzungsentgelte ausfallen, das entscheidet nicht die Gema allein. Sie untersteht der Aufsicht des Deutschen Marken- und Patentamts.

Vergleichbar mit der Gema sind andere Verwertungsgesellschaften wie die VG Wort und die GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten). Buchautoren und Journalisten profitieren von der VG Wort, von der GVL beispielsweise Musiker, die bei CD-Aufnahmen mitgewirkt haben.

 

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